Dieses albanische Nationalgericht wird insbesondere zu festlichen Anlässen serviert und konnte bei Kitchen Impossible absolut überzeugen. In der aktuellen Folge, in der Roland Trettl gegen Hans Neuner kocht, gibt es viele spannende Stops und es wird auch gebacken. So auch bei dem Stopp im Tsaghkunk in Albanien, bei dem Roland einerseits ein Ghapama kochen, andererseits aber auch ein Lavash backen darf.
Das Lavash ist immaterielles Kulturerbe in zahlreichen Ländern und zeichnet sich in Albanien dadurch aus, dass es besonders dünn und knusprig ist und im Tandur-Ofen gebacken wird. Das konnte ich natürlich nicht selbst machen, aber ich bin mit meinem nicht authentischen Ergebnis auf dem Backstahl durchaus zufrieden. Aber dazu später mehr.
Zunächst probiert Roland das Ghapama. Der häufig an Feiertagen und insbesondere in der Zeit zwischen dem 24.12. und dem 06.01. zubereitete Kürbis wird mit süßem Reis gefüllt und ist sehr lecker.
Es wirkt nicht sehr kompliziert, birgt aber doch ein paar Feinheiten, die Roland das Leben schwer machen. Insgesamt löst er die Aufgabe aber sehr gut, wie wir später an den Punkten sehen werden. Da das Ghapama doch recht einfach gewirkt hat und im Verhältnis zu anderen „Kitchen Impossible“-Gerichten auch ist, habe ich mich direkt dafür entschieden, auch wenn die Woche doch recht voll war.
3 Tage re:publica waren toll und ich kann allen Lesern nur einen Besuch oder das Nachschauen auf YouTube empfehlen. Sehr politisch, sehr digital und überhaupt nichts mit Kochen, trotzdem wichtig!
Aber kommen wir zum Rezept:
Ghapama Rezept – Kürbis mit Reis, Nüssen und Trockenfrüchten gefüllt.
Bei dem Rezept steckt die größte Herausforderung in den Mengen der Zutaten. Roland holt für 3 größere Kürbisse 500 g Früchte geholt und laut Hayk, dem Originalkoch, viel zu wenig verwendet. Wir hatten nur einen Kürbis und haben insgesamt 240 g Früchte und 240 g Nüsse für die Füllung genommen, wobei noch etwas übrgeblieben ist. Weiterhin habe ich in der Sendung nicht entdeckt, ob und wann der Kürbis gesalzen wird. Wir haben ihn zwar etwas von innen gesalzen, aber das müsste aus unserer Sicht großzügiger gemacht werden. Ansonsten kommt es ganz ohne weiter Gewürze aus, was auch Roland überrascht hat.
Schwierig war für mich, dass man in Deutschland nur schwer entsprechende Qualität an Trockenfrüchten bekommt und gerade Aprikosen und Pflaumen getrocknet sehr süß sind. In der Sendung und im Gericht bringt die Säure der Früchte eine gute Balance. Roland nimmt getrocknete Sauerkirschen. Diese gehären da nicht rein, würde ich aber beim nächsten mal vermutlich trotzdem auch dazu nehmen.
Zutaten Ghapama
- 1 mittelgroßen Hokaido Kürbis
- 160 g Basmatireis
- 65 g Mandeln
- 65 g Walnüsse
- 65 g Kürbiskerne
- 50 g getrocknete Pflaumen
- 50 g getrocknete Aprikosen
- 50 g getrocknete Äpfel
- 50 g Rosinen
- 50 g Butter
- 40 g Honig
- Salz
Als erstes heizt Ihr den Ofen auf 180° vor. Dann beginnt Ihr mit der Zubereitung. Zunächst den Reis kurz in Salzwasser kochen. Wie lange das dauert, hängt vom Reis ab, aber er sollte ungefähr zur Hälfte gegart werden. Währenddessen die Mandeln und Walnüsse hacken. Im Video kann ich keine Walnüsse auf dem Brett erkennen, aber Hayk sagt auch nicht, dass sie falsch sind. Von daher habe ich sie auch verwendet. In einer Pfanne ca. 15 g Butter erhitzen, die Nüsse hinzufügen und kräftig rösten. Nun die Trockenfrüchte schneiden und ebenfalls in einer eigenen Pfanne in 15 g Butter anrösten. Dann den Honig dazugeben und alles kräftig karamellisieren lassen.
Gießt den Reis ab und lasst die Nüsse und Früchte bei kleiner Hitze auf dem Herd stehen. In der Zwischenzeit bereitet ihr den Kürbis vor. Dafür schneidet ihr den Deckel ab, befreit den Kürbis von den Kernen und reinigt ihn von innen. Achtet darauf, dass das Fleisch nicht zu dick ist, da der Kürbis sonst länger garen muss. Nun schmelzen Sie die restliche Butter, während Sie den Kürbis von innen sehr kräftig salzen.
Vermischt nun Obst, Nüsse und Reis gleichmäßig. Den Kürbis von innen mit der Hälfte der Butter einpinseln und die Reismischung hineindrücken. Der Kürbis muss so voll wie möglich gefüllt werden.
Nun den Deckel aufsetzen und alles auf ein sehr großes Stück Alufolie geben. Den Kürbis nun auch von außen mit Butter einpinseln und gut in Alufolie einwickeln. Den Kürbis jetzt für eine gute Stunde im Ofen backen. Er soll gleichmäßig weich sein. Bei mir hat das gute 80 Minuten gedauert.
Heraus kommt ein großartiger Kürbis mit einer noch tolleren Füllung, zu der es aus meiner Sicht überhaupt kein Brot braucht. Wer gerne süßen Reis als Hauptgericht mag, der sollte auch mal unser Orientalisches Biryani – persische Reispfanne mit Nüssen und Rosinen probieren.
Dazu haben wir noch ein paar weitere spannende Reisgerichte im Blog. Ob das Nepalesisches Pulao Rezept – vegetarisches Reisgericht, das Mujaddara – libanesische Reis-Linsen-Pfanne mit Zwiebeln oder die Reispfanne mit Aubergine, Kichererbsen und Schafskäse

Lavash – albanisches Fladenbrot und Weltkulturerbe
Aber natürlich wollte ich schauen, wie gut ich das Brot hinbekomme. Eine nicht ganz originale aber auch sehr leckere türkische Version gibt es schon im Blog Lavas – dünne türkische Fladenbrote als Beilage und ein Armenisches Matnakash – super leckeres Fladenbrot habe ich auch schon gebacken.
Kommen wir nun zum Lawasch. Für ein wirklich originales Lavash braucht es natürlich den richtigen Ofen. Ich habe versucht, es bei maximaler Hitze mit Backstahl im Ofen so gut wie möglich zu machen, und bin auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Wenn ihr die Brote auch machen wollt, dann fangt damit als Erstes an.
Für den Teig braucht Ihr nur
Zutaten Lavash
- 200 g Mehl
- 100 g Wasser
- 4 g Salz
Verknetet die drei Zutaten gründlich mit der Maschine oder von Hand, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Ich habe ihn etwa 10 Minuten lang geknetet. Dann lasst ihr den Teig für mindestens eine Stunde ruhen.
Logistisch war es etwas schwierig, da ich nur einen Ofen habe. Ich habe den Backstahl mit vorgeheizt, während der Kürbis im Ofen war, und ihn anschließend noch 30 Minuten auf 300 °C aufgeheizt.
Dann den Teig in drei gleich große Teiglinge teilen. Mehr Platz habe ich auf meinem Backstahl leider nicht, sonst hätte man auch zwei größere Brote machen können. Diese nun auf ca. 30 x 50 cm ausrollen (oder so groß wie euer Backstahl ist). Nun den Ofen auf Grill mit Oberhitze bei 300 °C stellen. Das Brot direkt auf den Backstahl geben und für ca. drei Minuten backen. Durch die Oberhitze bekommt das Brot von beiden Seiten Farbe und die perfekte Konsistenz. Es ist knusprig und lässt sich noch kurz falten, bevor es komplett knusprig wird.
Insgesamt ist es ein wirklich tolles Brot, das im Original sicher noch deutlich besser schmeckt.
Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Folge von Kitchen Impossible. Bis jetzt habe ich ja nur das Ghisatu – sardisches Gulasch aus Kitchen Impossible mit dem Zuppa Gallurese – sardischen Brotauflauf aus Kitchen Impossible und die Ravioli Gallurese – sardisches Pasta-Rezept aus Kitchen Impossible für Euch gemacht.
Aber wir haben noch ein paar weitere albanische Rezepte für Euch. 14 leckere Rezepte aus Albanien – vom Nationalgericht bis lokalen Spezialitäten sind bei der kulinarischen Weltreise zusammen gekommen und bei uns gibt es Dollma me laker te bardhe – albanische Kohlrouladen und das Tavë kosi – albanisches Lamm mit Reis aus dem Ofen.

