Poschweck – das zuckersüßes Aachener Osterbrot

Wie, der Monat ist schon wieder um? Zeit für die nächste Runde Synchronbacken von Zorra und Sandra. Ein Aachener Poschweck nach einem Rezept vom Plötzblog. Ein was? Ja so ging es mir auch. Das kalorienhaltige Brot hat seinen Ursprung 1547 in Aachen und wurde dort über 300 Jahre von den Bäckerbetrieben nach der Fastenzeit an deren Kunden verschenkt.

Es zeichnet sich durch die Verwendung von Würfelzucker oder Kandis aus, die als ganze Brocken in den Teig eingearbeitet werden. Beim Backen schmilzt der Zucker und karamellisiert an den Stellen, an denen er aus dem Teig läuft: Herrlich!

Poschweck - das zuckersüßes Aachener Osterbrot

Auch wenn das Poschweck ein traditionelles Hefegebäck ist, war ich neugierig wie sich die Verwendung von Lievito Madre (LM) als Triebmittel auf den Teig und den Geschmack auswirken würde, und habe gleich 2 Versionen des Brotes gebacken. Und in der Tat gefiel mir die LM Variante besser. Tina gefiel die leichte Säure nicht so, ich fand es sehr passend und deutlich aromatischer. Leider wurde es am nächsten Tag etwas „gatschig“.

Poschweck - das zuckersüßes Aachener Osterbrot

Die sehr lange Gehzeit (am Sonntag 6 Stunden) hat dafür gesorgt, dass der Würfelzucker bereits anfing sich aufzulösen, so dass auch das Backen die feuchten Stellen nicht vollständig beseitigen konnte. Also habe ich den Poschweck einfach nochmal gebacken, um zu schauen, wie man das Rezept optimieren kann, denn auch in meinem Büro kam es besser an. Und siehe da, die Schwächen vom Sonntag konnte ich auch gleich beheben.

Nun aber zu den Rezepten. Da sie fast gleich sind, habe ich die Anpassungen für die Versionen direkt nebeneinander geschrieben.

Zur Vorbereitung

  • 125gr Rosinen
  • Saft einer großen Orange (ca 175-200gr)

Die Rosinen mit dem Orangensaft übergießen und für 24-48 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Hefevorteig:

  • 210gr Weizemehl 550
  • 170ml Milch
  • 3gr Hefe

Alle Zutaten gut mischen und für 24-48 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Alternativ könnt Ihr ihn auch ca. 12-18 Stunden bei kühler Zimmertemperatur gehen lassen, wenn Ihr nicht genug Zeit habt. Wenn Ihr Euch für den LM entscheidet, empfehle ich ihn 1-2 Mal vorher aufzufrischen, wie ich es z.B. hier beschrieben habe.

Der eigentliche Teig

  • Hefevorteig oder 225 gr triebstarker Lievito Madre
  • 290gr bzw. 350gr Weizemehl 550
  • 200ml bzw. 295ml Milch (30ml Milch zurück halten)
  • 5gr Hefe (weglassen beim LM)
  • Orangenabrieb einer Orange
  • 1TL flüssigen Vanille Extrakt (Bio) oder eine  halbe Vanilleschote.
  • 10gr Salz
  • 125gr Butter (kalt)
  • 80 gr gestiftelte Mandeln
  • Rosinen mit Orangensaft
  • 125gr Würfelzucker
  • 1 Eigelb + etwas Milch zum bestreichen


Alle Zutaten bis zum Salz ca. 3 Minuten bei niedriger Geschwindigkeit und 5 Minuten bei mittlerer Geschwindigkeit kneten.

An dieser Stelle müsst Ihr schauen, wie fest der Teig ist und wie viel Flüssigkeit er noch verträgt. Mit der Zugabe des Salzes nimmt das Mehl die Feuchtigkeit noch besser auf. Einige Mitstreiter hatten mit der Wassermenge Probleme, allerdings setze ich stärker auf Milch und habe recht aufnahmestarkes Mehl. Ihr gebt als erstes den Orangensaft, den die Rosinen nicht aufgenommen haben dazu. Ist der Teig danach noch fest genug, schluckweise weitere Milch dazu geben. Nun Salz dazu und weitere 2 Minuten kneten.

Danach stückchenweise die Butter über 3-5 Minuten unterkneten. Im Anschluss die Rosinen mit der restlichen Flüssigkeit auf niedrigster Stufe dazu geben. Sobald die Flüssigkeit des Orangensaftes eingearbeitet ist, noch kurz die Mandeln unterkneten. Da diese für den Teig etwas scharfkantig sind, sollte hier nicht zu lange geknetet werden. Das schadet dem Teig. Zuletzt von Hand den Würfelzucker unter den Teig kneten, bzw. am besten einfach rein falten.

Nun den Hefeteig für ca. 90 Minuten gehen lassen, den Teig mit LM für ca. 3 Stunden. Dann zu 2 Osterbroten formen und auf Backpapier weitere 90 Minuten gehen lassen. Aufpassen, dass der Teig nicht austrocknet. Den Ofen auf ca 190°C vorheizen. Währenddessen Milch und Eigelb miteinander vermischen und vor dem Backen die Brote einpinseln und etwas einschneiden.

Die Brote auf dem Backpapier in den Ofen geben und ca. 35-40 Minuten backen. Da der Zucker raus läuft, solltet Ihr hier auf jeden Fall auf Backpapier backen.
Ich habe die Brote auf den vorgeheizten Pizzastein gegeben, ein heißes Blech sollte es aber auch tun. Nach 10 Minuten den Ofen auf 170°C runter drehen.

Eine Stunden auskühlen lassen und noch warm genießen. Allerdings würde der Poschweck auch noch länger frisch bleiben.

Poschweck - das zuckersüßes Aachener Osterbrot

Poschweck - das zuckersüßes Aachener Osterbrot

Aber nicht nur unser Poschweck ist sehr lecker geworden. Auch die anderen Synchronbäcker haben tolle Ergebnisse erzielt. Schaut doch bei ihnen auch mal vorbei!

#synchronbacken April 2019Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Caroline von Linal’s Backhimmel
Conny von in wunderbares Chaos
Karin von Food for Angels and Devils
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Petra von gf Natürlich
Petra von Obers trifft Sahne
Simone von zimtkringel
Sonja von Cookie und Co
Sonja von Soni – cookingwithlove
Tamara von Cakes, Cookies and more
Tina von Küchenmomente
Véronique von Typisch Französisch!
zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf

12 Kommentare

  1. Pingback: Synchrongebacken: Aachener Poschweck | Mein wunderbares Chaos

  2. Pingback: Mein erstes Synchronbacken: Aachener Poschweck - Typisch Französisch!

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  4. Spannend mit dem LM. Ich muss mir jetzt endlich auch einen zulegen. Schön, dass du wieder dabei warst! Ich wünsche dir und deinen lieben ein frohes Osterfest!

  5. Eine gute Idee mit dem LM. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Mein Zucker hat auch schon begonnen sich aufzulösen. Allerdings habe ich ihn nicht mit der Hand untergeknetet und zusammen mit den Beeren in den Teig.

  6. Pingback: Poschweck – ein traditionelles Osterbrot aus Aachen | Küchenmomente

  7. Hallo Volker,
    deine Beiträge sind ja echt immer spannend, weil so einen Spaß am Ausprobieren und Abwandeln hast. Aber das Ergebnis / die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen!
    Liebe Grüße und dir und deinen Lieben ein schönes Osterfest
    Tina

  8. Pingback: synchronbacken#35: Aachener Poschweck | Food for Angels and Devils

  9. Hi Volker, sehr cool sage ich da nur! Und zwar beide Versionen. Ausserdem mag ich sehr gerne das eingeschnittene Muster.
    Liebe Grüße, wir sehen und in Südafrika!
    Simone

  10. Das hört sich sehr interessant an. Schön, dass du dein Rezept noch optimiert hast. Liebe Grüsse Birgit

  11. Ein schönes Aachener Poschweck auch bei dir. Trotz gleichem Rezept gibt es doch kleine Unterschiede, aber geschmeckt haben sie sicher alle.

  12. Lieber Volker,
    ich war am Anfang ein bisschen skeptisch, bin jetzt aber überzeugter Poschweck-Fan. Deine Versionen sehen köstlich aus. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein wunderbares Osterfest!
    Herzlichst, Conny

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