Morgens frische Brötchen zu bekommen, ist nicht immer einfach. Entweder muss man zu einem guten Bäcker gehen oder sehr früh aufstehen, denn gute Brötchen brauchen Zeit. Der Teig für unsere Kartoffelbrötchen geht über Nacht und wird morgens nur noch kurz abgestochen und gebacken, ohne dass wir nochmal warten müssen. So musst man weder raus gehen noch besonders früh aufstehen und die Brötchen sind fertig, wenn der Kaffee durchgelaufen und man fertig geduscht hast.
In den letzten Wochen mussten wir am Wochenende meistens früher los als sonst, sodass das Frühstück ausfiel. Wir hatten keine Lust auf Brötchen vom Bäcker. Die Ciabatta Brötchen mit Übernachtgare und die Weltmeisterbrötchen haben wir zuletzt schon gehabt. Also musste mal wieder was Neues her. Die Idee, auf die Stückgare mehr oder weniger zu verzichten, ist inzwischen ja schon ein wenig normal geworden, seit es regelmäßig das Sylter Weißbrot gibt. Ich wollte es deshalb einfach mal mit etwas anderem versuchen. Ich habe am Vormittag ein neues Paket vom Vollkornmehl von Eiling aufgemacht (Nennung aus Überzeugung) und wollte das gleich mit verbacken. Helles Brötchen hatten wir ja am Morgen schon.
Beim Abendessen sind auch noch ein paar Salzkartoffeln übrig geblieben. So ist das Rezept entstanden.
Rezept für Kartoffel-Vollkornbrötchen mit Übernachtgare
Ich hatte vom Vortag noch ein paar Reste von Sauerteig übrig. Die musste ich erst am Nachmittag auffrischen. Das habe ich dann auch gleich mit dem Hefevorteig gemacht.
Normalerweise würde ich ihn morgens auffrischen, wenn weniger Anstellgut da ist, aber dieses Mal passte es perfekt ins Timing.
Zutaten Sauerteig
- 35 g ASG
- 80 g Weizenmehl 550er
- 60 g warmes Wasser
Alle Zutaten vermischen und für gut 4 Stunden warm gehen lassen Wer kein Sauerteig hat, macht ein wenig mehr Hefevorteig und nimmt die Menge in Klammern.
Zutaten Hefevorteig / Poolish
- 150 g (250 g) Weizenvollkornmehl
- 150 g (225 g) lauwarmes Wasser
- 1 g Hefe
Auch hierfür alles gut vermischen und für 4 Stunden am einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig sollte sich mehr als verdoppelt haben.
Zutaten Hauptteig
- Sauerteig (optional)
- Poolish
- 500g Weizenvollkornmehl
- 275 g Wasser (sehr kalt) + bis zu 25 g Schüttwasser
- 22,5 g Olivenöl
- 15 g Salz
- 150 g Salzkartoffeln (abgekühlt)
Die Kartoffeln mit einer Gabel zerkleinern. Und alle Zutaten außer Salz, Schüttwasser und Öl in die Knetschüssel geben und für 4-5 min bei mittlerer Geschwindigkeit kneten, Dann schluckweise das Schüttwasser dazu geben, solange der Teig das Wasser noch gut aufnimmt. Dann das Salz dazu geben und kurz ein kneten. Der Teig sollte nun schon gut aussehen. Jetzt noch Schluckweise das Öl einkneten. In gut 10-12 Minuten bekommt Ihr einen tollen Teig, bei dem ein ein Fenstertest gelingen sollte.
Den Teig nicht zu schnell kneten, da Vollkornmehl leichter überknetet werden kann.
Den Teig nun für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. In der Zeit 2-3 mal dehnen und falten. Danach über Nacht in Kühlschrank geben und bis zum nächsten morgen gehen lassen. Den Ofen morgens für 35 Minuten auf 250° mit Pizzastein und Backstahl vorheizen. Am besten schon am Vorabend einstellen, dann braucht man morgens auch wirklich nur die halbe Stunde. Ansonsten nochmal 20 Minuten ins Bett legen :-). 10 Minuten bevor der Ofen soweit ist, den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Vorsicht auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, und dann 16-20 ungefähr ähnliche große Brötchen abstechen. Ich teile den Teig dafür meistens in 4 Streifen. Da die Mitte beim aus der Schüssel kippen meistens höher ist, mache ich die Außenstreifen ewas breiter. Nun pro Streifen 4-5 Brötchen abstechen und auf ein Backbleich geben.
Je nach dem, wie groß Euer Pizzastein/Stahl ist, in 1 oder 2 durchgängen backen. Ich kriege z.B: 12 Brötchen gleichzeitig in Ofen und würde die Menge in 2 Durchgängen backen.
Den Ofen nun auf 230° stellen und die Brötchen für 10 Minuten mit Dampf (Schwaden) backen. Dann den Ofen einmal weit aufmachen und den Dampf rauslassen. Für weitere 8-10 Minuten bis zur gewünschten Bräune fertig backen und warm genießen. So schnell kommt Ihr morgens zu tollen Brötchen und könnt entspannt den Tag genießen.
Wer weniger Brötchen braucht, backt die zweite Hälfte mit Dampf für 13-14 Minuten und nimmt sie noch relativ hell aus dem Ofen. Im Kühlschrank lassen sie sich als Aufbackbrötchen für eine gute Woche im Gefrierbeutel aufbewahren.
Wie ist es mit Euch? Backt Ihr gerne Brötchen selber? Wenn ja, dann solltet Ihr auch mal die Leckeren Frühstücksbrötchen – abends geformt, morgens gebacken! probieren. Diese forme ich abends schon und lass sie dann so übernacht im Kühlschrank gehen und Ihr seid morgens genau so schnell.
Und wenn Ihr es morgens mal nicht ganz so eilig habt, könnt Ihr auch meine anderen Brötchenideen wie die Mehrkornbrötchen mit Gelbweizen und toller Körnermischung, die Helle Frühstücksbrötchen – Alternative zu Semmel, Schrippen & Co. oder die Leckere Roggenbrötchen – zum Frühstück oder zur Brotzeit ausprobieren.

