Soup Joumou - die haitianische Kürbis-Suppe

Soup Joumou – Weltkulturerbe – die haitianische Kürbis-Suppe

Mit der Soup Joumou gibt es heute ein nicht nur eine leckere Kürbissuppe, sondern auch noch ein Stück Kultur für Euch. Die Suppe wurde letztes Jahr von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Das fand ich so spannend, dass ich die Suppe gleich mal testen wollte und Euch so einen tollen winterlichen Eintopf präsentieren kann.

Passenderweise habe ich unseren ersten Stopp des Jahres der kulinarischen Weltreise gleich nach Haiti verlegt. So suchen wir diesen Monat als die besten Rezepte der haitianischen Küche, und da darf die „Suppe des Friedens“ natürlich nicht fehlen.

Geschichtlich wurde die Suppe früher von den Sklaven für die französischen Besetzer zubereitet. Erst nach der Unabhängigkeit stand die Suppe der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. Und so wird sie traditionell am 01. Januar, dem Unabhängigkeitstag serviert. Da sie recht aufwändig ist, wird sie in großen Mengen am Abend vorher zubereitet. Die sehr aromatische Suppe ist ein perfektes Winter-Komfort Food und hätte eigentlich auch super in die Sammlung Soulfood und Comfort Food – die besten Rezepte und Gerichte aus der ganzen Welt

Normalerweise wird ein „Calabaza“ Kürbis verwendet, die TAZ schreibt das Kabocha Kürbisse zum Einsatz kommen und wir haben einfach einen Hokkaido Kürbis verwendet. Dazu stärkehaltiges Gemüse wie Yamswurzeln, die ich mit Kartoffeln ersetzt habe.

Bestandteil der Suppe ist auch die Würzpaste „Epis“, welche auch in vielen anderen Rezepten des Landes zum Einsatz kommt.

Haitian Epis – Würzpaste aus Haiti

Die aromatische Würzpaste wird (wohl) in zahlreichen Gerichten eingesetzt und sie kommt bei mir auch für die Boulèt – Rezept für haitianische Hackbällchen zum Einsatz. Da wir die letzten Wochen mit Zutaten etwas eingeschränkt waren (Isolation sei Dank), mussten wir etwas improvisieren. Um näher ans Original zu kommen, solltet Ihr noch ein Bund Frühlingszwiebeln einarbeiten. Dafür könnt Ihr die Lauchstange weglassen. Teilweise kommt Brühe statt Olivenöl als Flüssigkeit zum Einsatz, das wäre aber für die Hackbällchen zu flüssig geworden.

Die Menge reicht für die Hackbällchen und auch für die Suppe. Ihr könnt sie aber natürlich auch für etwas anderes verwenden, falls Ihr keine Hackbällchen machen wollt.

Zutaten Haitian Epis

  • 1 rote Paprika
  • 40gr Petersilie
  • 15gr Thymian
  • 1-3 Chilis (nach Geschmack)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Stange Lauch
  • 2 EL Reisessig
  • 1 Limette
  • ca. 75ml Olivenöl
  • Salz

Alle festen Zutaten klein schneiden und in einen Standmixer geben. Essig und Salz dazu geben, und aufmixen. Schluckweise Olivenöl dazu geben, bis eine geschmeidige Paste entstanden ist.
Die Paste zur Seite stellen und dann geht es an die Suppe schneiden.

Zutaten Soup Joumou

  • 1 große Rinderbeinscheibe
  • 2 Liter Brühe (Gemüse oder Rinderbrühe, nach Geschmack)
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 800gr Kürbis
  • 300gr Kartoffeln
  • 300gr Möhren
  • 300gr Pastinake
  • 300gr Steckrübe
  • 300gr Weißkohl (Original eher Grünkohl)
  • 10 EL Haitian Epis
  • 3 Limetten inkl. Abrieb
  • ggf. 1-2 scharfe Chilis
  • 1 EL gehackter Thymian
  • 1 EL gehackte Petersilie

Die Zwiebel in grobe Stück schneiden und mit der Rinderbeinscheibe kräftig anbraten. Mit der Brühe ablöschen und für eine gute Stunde köcheln lassen. Wer gerne mehr Fleisch möchte, kann noch 500gr. Gulaschfleisch dazu geben.

Dann das ganze Gemüse in mundgerechte Würfel schneiden und zur Seite stellen. Die Limetten abreiben und auspressen.

Nach einer guten Stunde gebt Ihr den Kürbis und die Würzpaste zum Fleisch und lasst es eine weitere Stunde köcheln. Viele Rezepte pürieren den Kürbis nun, wir haben einfach die Stücke in der Suppe gelassen. Sie zerfallen auch so und binden die Suppe ab.

Nach insgesamt gut 2 Stunden gebt Ihr zunächst die Kartoffeln, den Kohl, die Limette und den Thymian in die Suppe. Nach 10 Minuten probiert Ihr die Suppe und entscheidet, ob Ihr noch weitere Chili dazugeben wollt. Dann auch das restliche Gemüse dazu geben und weitere 15-20 Minuten köcheln.

Jetzt das Fleisch von der Beinscheibe lösen und in Stückchen in die Suppe geben, das Mark aus dem Knochen lösen, noch einmal aufkochen lassen und abschmecken. Wer mag, kann noch ein paar Nudeln zur Suppe geben, wir haben darauf verzichtet. Ihr könnt die Suppe direkt genießen, aber am besten schmeckt die Suppe, wenn sie noch einmal richtig durchgezogen ist. Dazu über Nacht kalt stellen und am nächsten Tag nochmal aufkochen.

Mit Petersilie und ein Stückchen Limette servieren.

Der Eintopf ist mal was völlig anderes, als die Kürbissuppen, die man sonst so kennt. Wir haben ja schon die herbstliche Kürbissuppe mit Apfel und die asiatische Kürbis-Kokos-Suppe mit Jakobsmuschel im Blog. Und als Suppenfan solltet Ihr Euch auch einmal die Paprikás krumpli – ungarische Kartoffelsuppe, die Rote Bete Suppe mit Apfel, Pastinake und Meerrettichschmand oder die Schwarzwurzelsuppe – einfache und schnelle Winterküche einmal anschauen.

Pintererst - Soup Joumou - die haitianische Kürbis-Suppe

12 Comments

  1. Das ist ja total spannend, eine Suppe als Weltkulturerbe. Auf jeden Fall sieht sie aus, alsob sie perfekt für die aktuellen Temperaturen geeignet ist…
    Liebe Grüße

  2. Ich hab grad zweimal lesen müssen 😉
    Eine Suppe als Weltkulturerbe hat schon was … und das liest sich lecker und sieht phantastisch aus.

    Liebe Grüße von der Bine

  3. Pingback: Ze ak bannann – Haitianisches Rührei mit gebratener Kochbanane – magentratzerl.de

  4. Pingback: Espageti – Haitianische Spaghetti – magentratzerl.de

  5. Die Suppe hätte grade was, um all die Reste aufzubrauchen, die in der Gemüseschublade wohnen…

  6. Mein Rezept ist etwas anders, wie Du ja gesehen hast. Bei mir wurde der Kürbis tatsächlich püriert, dafür wurden die restlichen Zutaten nicht zu lange gekocht.

    Insgesamt wird der Geschmack wohl ähnlich gewesen sein, und den fanden wir toll.

    LG Britta

  7. Das ist ein wirklich traditionsreiches Rezept, das Du Dir ausgesucht hast. Eine Suppe als Kulturerbe, das zeigt für mich wieder einmal den hohen Stellenwert, den Essen haben kann. Epis als Basis – das verbindet sicher viele der Rezepte dieser Runde! Ich bin nicht so der Suppenfreund, finde Dein Rezept aber trotzdem sehr interessant!
    Ganz herzliche Grüße
    Marie-Louise

  8. Lustig, wie ähnlich und doch verschieden die drei Joumou-Rezepte sind. Für mich auf jeden Fall eine echte Entdeckung, genau wie du sagst, ganz anders als die klassischen Kürbissuppen und wirklich schmackhaft und lecker!

    Liebe Grüße
    poupou

  9. Pingback: Pikliz – Kulinarische Weltreise Haiti – Low-'n'-Slow

  10. Pingback: Die 17 besten Rezepte & Gerichte aus Haiti – tolles aus der karibischen Küche

  11. Ich hätte hier ja noch einen Kürbis liegen. Die Frage ist, wo bekomme ich hier in Schwaben Steckrüben her? Ich glaube, ich frage morgen mal den Gemüsedealer des Vertrauens….
    Tolles Rezept!

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