Hallacas – der venezulanische Familien Weihnachtsschmaus

Unser Weihnachtsspezial geht zu Ende. Das Ganze nicht ohne noch einen Blick über den Tellerrand bzw. Kontinent zu werfen. Heute begeben wir uns nach Südamerika, genauer nach Venezuela. Dort werden zu Weihnachten traditionell Hallacas zubereitet.

Hallacas sind im Bananenblatt gekochte oder gedämpfte Maispasteten, welche in mehreren Arbeitsschritten, meist mit der ganzen Familie, und in großen Mengen, hergestellt werden. Die meisten Rezepte im Netz sind dementsprechend auch für 50 Stück, was für ca. 25-30 Personen reicht, wenn man sie nicht über mehrere Tage essen möchte. Sie lassen sich gut einfrieren und schmecken aufgewärmt sogar noch besser, da sie dann richtig durchgezogen sind. Sicherlich auch ein gut geeignetes Partyessen.

Geschichtlich haben die Hallacas eine lange Tradition und sind unter dem Namen Tamale auch in anderen Ländern bekannt. Jedes Land, jede Region und Familie hat ihr eigenes Rezept. Gemeinsam haben aber alle Rezepte die Zugabe von Zutaten, die man eher weniger mit Südamerika in Verbindung bringt wie Oliven, Kapern oder auch Rosinen. Am schlüssigsten finde ich die Erklärung, dass Hallacas aus den verschiedenen Kulturen entstanden sind. Gedämpfte „Maisbällchen“ in Bananenblättern haben schon eine sehr alte Tradition, sind aber eher etwas langweilig. Gefüllt werden sie jedoch ein großartige Gericht. Und am besten gefällt mir, dass man hier wunderbar experimentieren kann. Ich mag keine Oliven, die Kinder essen nicht scharf und Tina isst alles. Kein Problem, man muss die einzelnen Päckchen nur kennzeichnen und jeder hat seine persönliche Füllung.

Die Zubereitung würde ich auf 2 Tage verteilen. Das Rezept reicht für ca. 12 Päckchen.

Tag 1

Am ersten Tag starten wir mit dem Färben des Annato-Öls.

Annato-Öl

  • 250 ml Pflanzenöl
  • 20gr Annatosamen (gibt es im Asialaden)

Öl und Samen aufkochen und bei kleiner Hitze noch ca. 30 Minuten ziehen lassen. Ab dann sollte das Öl eine starke rötliche Färbung bekommen haben. Für die spätere Verwendung das Öl dann durch ein Sieb abgießen.

Dann bereitet Ihr die Hühnerbrühe vor.

Hühnerbrühe

  • 2 große Hähnchenkeulen (ca 800 gr)
  • 1 Bund Suppengrün
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Annatosamen

Alles einmal aufkochen und dann auf kleiner Stufe 4-5 Stunden köcheln lassen.

Fleischfüllung (Guiso)

  • 400 gr Schweinenacken
  • 400 gr Rindernacken
  • 3 Zwiebeln
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 rote Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Dose Tomatenstücke
  • 200ml Rotwein
  • 1/2 TL Curcuma
  • 1/2 TL Oregano
  • Salz/Pfeffer/Paprikapulver
  • Öl


Zwiebeln und das kleingeschnittene Fleisch anbraten, Knoblauch und kleingeschnittene Paprika dazu geben. Das Ganze ca. 10-15 Minuten schmoren und den Rotwein und die Tomaten dazu geben. Dann würzen und für ca. 2 1/2 bis 3 Stunden mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Zum Ende der Garzeit Deckel abnehmen, und die Flüssigkeit abnehmen, bis eine breiige Konsistenz erreicht ist. Nochmal abschmecken und zur Seite stellen.

Tag 2

Am zweiten Tag bereitet Ihr am besten die Bananenblätter vor. Wir haben tiefgefrorene genommen, welche sich relativ gut verarbeiten ließen. Für 12 Pasteten braucht Ihr ca. 2 Pakete Blätter aus dem Asialaden. Diese schneidet Ihr zurecht und wischt sie gut ab. Ggf. müsst Ihr sie noch vom Strunk befreien und sogar etwas weich kochen, damit sie sich gut rollen lassen, bei uns war das aber nicht nötig.

Ihr solltet am Ende 36 Stücke haben. Dabei werden für jede Pastete 3 Blätter benötigt, die jeweils etwas größer als das vorherige sind, damit Ihr sie ineinander wickeln könnt.

Dann kommt der Teig.

Teig

  • 500 gr Maismehl
  • 700 ml Hühnerbrühe
  • 100 ml Annato-Öl
  • 20 gr Salz

Alle Zutaten mit einem Mixer gut durchmischen und von Hand zur einer großen Kugel zusammen kneten. Abdecken und zur Seite stellen.

Weiter geht es mit der Hähnchenfüllung.

Hähnchenfüllung

  • 2 Hähnchenkeulen gekocht (aus der Brühe)
  • 200 ml Brühe
  • 1 Dose Kichererbsen
  • 2-3 rote Peperoni (scharf)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Salz/Pfeffer
  • Annato-Öl

Zwiebel, Knoblauch und Peperoni im gefärbten Öl kräftig anbraten. Das gezupfte Fleisch der Hähnchenkeulen und die Kichererbsen dazugeben und mit etwas Öl einfärben. Nach ca. einer Minute mit der Brühe ablöschen. Köcheln lassen bis die Brühe fast verkocht ist. Abschmecken.

Wir haben etwas Fleisch vom Hähnchen für die Kinder ungewürzt gelassen, damit es nicht zu scharf ist.

Weiter geht es mit der Dekoration

Hier könnt Ihr Euch austoben. Im Prinzip ist alles erlaubt was schmeckt.

Dekoration

  • Paprika
  • Oliven
  • Kapern
  • Rosinen
  • Mandeln

Die Zutaten finden sich eigentlich in allen Rezepten, so dass wir uns darauf konzentriert haben.

Nun beginnt der eigentliche Spaß. Das Füllen der Bananenblätter.

Ihr nehmt ca. 100gr von der Maismasse und verteilt diese auf den mit etwas Öl bestrichenen Blättern. Dann kommt das Fleisch auf den Maisfladen und darauf die Dekoration aus Fleisch, Kapern, Oliven, Rosinen oder Mandeln.

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Wenn alle eingewickelt sind, kocht Ihr die Päckchen für ca. 1 Stunde in einem großen Topf. Im Netz finden sich einige Diskussion darüber, ob die Teigtaschen nicht lieber gedämpft werden sollten. Ich würde sagen ja, auch wenn wir es nicht gemacht haben. Dann nur in 1 Blatt einwickeln und ca. 90 Minuten dämpfen. Am besten geht das, wenn man einen Ofen mit Dampfgarfunktion hat, da man sonst vermutlich nie fertig wird.

Insgesamt sehr viel Arbeit, für ein jedoch wirklich tolles Gericht!

Ein Kommentar

  1. Pingback: Immer der Nase nach – die kulinarische Weltreise feiert Weihnachten | volkermampft

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