Foodhunter – Finest Food Magazine – Dez 2012 / März 2013

Der Foodhunter ist mir auf der Suche nach den verschiedenen Foodmagazinen in die Hand gefallen und hat mich sehr begeistert. Mit 6,90 € liegt es im preislichen Mittelfeld und erscheint 4 mal im Jahr. Dafür hat sie allerdings auch nur 64 Seiten.
Als Untertitel findet sich „Esskultur – Delikatessen – Gourmet-Adressen – Kulinarische Reisen“ auf dem Cover, welches es für die hier beschriebene Ausgabe ganz gut trifft, wobei der eindeutige Focus auf kulinarische Reisen gelegt ist.

Insgesamt ist es ein Heft, welches ich mir auf jedenfall noch ein zweites mal holen werde und bei gleicher Qualität vielleicht auch gleich abonniere.

Nun aber zum Inhalt, eigentlich ist die gesamte Ausgabe eine Zusammenfassung von Reiseerlebnissen, lediglich kurz werden Webseiten und neue Produkte erwähnt, wobei 4 Seiten Warenkunde zu Winterprodukten als Ausnahme zu werten ist und sogar eine schöne Produkte vorstellen. So habe ich weder die grüne Clementine noch die Kakaofrucht noch die Rambutan gekannt. Die Rambutan ist übrigens eine Verwandte der Litschi nur weniger wabbelig oder so. Noch habe ich alle 3 nicht gegessen. Ansonsten findet man einen kurzen Abriss über weißen Trüffel (2012 durchschnittspreis 8000 €/KG) und ich weiß nun das ich die Muskatblüte auf http://www.spiceforlive.de bekomme und Wasabi-Fans frischen Wasabi am besten bei http://www.agrodirect.de bestellen.

Der eigentlich spannende Teil sind aber die Reiseberichte. Schön finde ich, das verschiedene Themen pro Region betrachtet werden. So finden sich auf den 9 Seiten über San Sebastian neben allgemeinen Informationen und einen Kasten mit Fakten vielen Tips (Märkte, Ausflüge Museen), ein Interview mit Martin Berasategui (mit insgesamt 7 erkochten Sternen) und einen Bericht über die „sociedades gastronomicas“, einen Männerkochclub der bereits 1932 gegründet wurde. Dazu eine Seite über die Pintoxsbars, von denen es 130 in San Sebastian gibt (bei wohlgemerkt gerade mal 180.000 Einwohnern). Ich hoffe das es mich vielleicht nächstes Jahr mal nach SanSebastian führt und ich dann berichten kann. Wer vorher rüberfliegt, der kann die 10 empfohlenen Bars gerne abfragen, dann allerdings „nur“ vom Foodhunter vorgeschlagen.

Nächstes Reiseziel ist Flandern. Hier geht die Reise nach Brügge, Gent und Antwerpen. Während Brügge den meisten hoffentlich durch „Brügge sehen… und sterben?“ ein Begriff sein sollte und man mit Antwerpen Diamanten verbindet, ist Gent mir relativ unbekannt. Gemeinsam ist allen Städten (und auch der restlichen Gegend) das Belgier gerne essen, und das möglichst gut. Und auch süß! Das belgische Schokolade bekannt ist, sollte niemanden überraschen, jedoch sind es auch hier die kleinen Läden, die man insbesondere in Brügge besuchen sollte. Wohin? http://www.thechocolateine.be, http://www.bbyb.be oder in die http://www.sukerbuyc. Letztere ist gleichzeitig die älteste Chocolaterie in Brügge. Und auch in Gent bekommt man süßes, und zwar im Temmerman, wo man umbedingt die „Cuberdons“ probieren sollte.

Auch die Restaurants hören sich gut an, wobei extra darauf hingewiesen wurde, das die generelle Qualität der Küche deutlich steigt und man viele gute Restaurants findet. Die ausgewählten sind in diesem Fall aber:

Das Zeno in Brügge, das Volta in Gent sowie in Antwerpen
das Graanmarkt 13 und das ‚T Zilte im Mas, das 2 Sterne-Restaurant in Antwerpen

Weitere Themen dieser Ausgabe sind eine kleine Warenkunde zu Kaviar ergänzt um einen Bericht über eine Champagner-Kaviar Verkostung mit dem Ergebniss, das nicht jeder Kaviar zu jedem Champagner passt und umgekehrt.

Etwas ausführlicher geht es um das Thema Schwein, genauer um das Duroc. Wichtig für jedes Fleisch ist das sogenannte intramuskuläre Fett, und das ist beim Duroc besonders hoch. Wenn es dann noch vernünftig gezüchtet und gefüttert wird, kann so durchaus großartiges Fleisch entstehen. Für alle die noch nicht verstanden haben, warum gutes Fleisch teurer sein muss, fand ich eine Zahl ganz spannend. Für 1 KG Fett, müssen 7 KG Futter bereitgestellt werden, für Fleisch nur 2 KG. Tolles Fleisch gibt es z.B. bei http://www.labonca.at . Auf dem Hof leben die Tiere 2 Jahre, und dürfen sich in der Zeit auf einer riesigen Weidefläche satt fressen. Und auch die Tiere von der Perger Kellerei scheinen glücklich mit dem Obst, welches Sie auf der Apfel- und Holunderplantage zu fressen kriegen.

Nach soviel Infos zum Schwein, geht die Reise weiter ins Friaul und es werden Spezialitäten aus der Region vorgestellt. Ob Essig, Gebäck oder Schinken, kulinarisch muss hier auf nichts verzichtet werden. Doch hauptsächlich dreht sich der Bericht um Weine aus der Region. Verschiedene Weingüter werden vorgestellt und auch der Messwein des Papstes, welcher aus 883 Trauben besteht wird im Friaul gekeltert.

Abschließend geht es in die Schweiz, wo seit 31 Jahren ein Käser den 9 Monate gereiften „Les Hauderes AOC“ Raclette herstellt, welcher am besten auch gleich dort gegessen wird. Und zwar in der Aux Vieux Mazot.

Ein Kommentar

  1. Lieber Volker,

    vielen Dank, dass Sie Foodhunter ausführlich gelesen und Gefallen an dem Magazin gefunden haben.
    Leider mussten wir die Printversion aus wirtschaftlichen Gründen einstellen.
    Online versuchen wir allerdings, den Magazin-Charakter beizubehalten und sind mit unserer Art der Darstellung und Informationsübermittlung ziemlich einmalig.
    Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Foodhunter auf der Website besuchen, als Flipboard abonnieren, uns auf facebook oder google+ folgen!

    Mit kulinarischen Grüßen
    Sabine Ruhland

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